In diesem Zusammenhang erfolgte auch eine intensive Auseinandersetzung mit der „Sozialen Frage“, folglich mit den sozialen Missständen der Arbeiterklasse im Zuge der Industriellen Revolution wie Verelendung, Kinderarbeit, lange Arbeitszeiten, niedrige Löhne, Wohnungsnot und fehlende soziale Absicherung. Diese Auseinandersetzung beschränkte sich im Unterricht nicht nur auf historische Phänomene, sondern dehnte sich auch auf gegenwärtige aus, ausgehend auch von Textauszügen der Enzyklika „Laudato Si‘ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ von Papst Franziskus. Darin spricht Papst Franziskus von einer einzigen, umfassenden sozio-ökologischen Krise. Nach ihm gehören Umweltschutz, Armutsbekämpfung und der Einsatz für Menschenwürde untrennbar zusammen. So sei ein wirklich ökologischer Lösungsansatz deshalb immer auch ein sozialer Ansatz, "der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde". Anlass für die SchülerInnen mit ihrer Geschichtelehrerin Karin Niederbacher über visionäre Vorstellungen einer gerechteren und lebenswerteren Zukunft zu reflektieren. „Jugendliche haben eine große Sensibilität für Befindlichkeiten der Zeit, ein starkes Bedürfnis nach sozialer Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Frieden, zu wenig werden ihre Stimmen gehört und ernst genommen“, so Karin Niederbacher.
Foto: WFO Bruneck
Der Schüler H. M. präsentierte seine Reflexionsarbeit zu diesem Thema in Form eines Kassenbelegs, worin er die derzeitige Klimapolitik, die Bildungspolitik und das Konsumverhalten als ungenügend wie überholt erachtet und zu einer sofortigen Umkehr im Handeln und Denken aufruft, denn die Begleichung seiner Rechnung ist nur durch Handeln möglich.
Foto: WFO Bruneck